„Modern“ Pig Farming in Europe?


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Pork ProducersimagepigwitheyesoffearIn my book

Schwein gehabt?

I published a lot of Videos showing the most abnorm & horrible situations for pigs in CAFOs. I shawn Pictures and Videos from EUROPE, too.

Here is The biggest scandal in modern pig farming?:

http://youtu.be/T2lvTwrBfBE via @youtube

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„Schwein gehabt?“ Gewalt auf unseren Tellern: Zwei Rezensionen meines Buches


18. März 2013, 9:36 vormittags
DCk9c[1]Das war es also mit dem Schweineschnitzel. Nach der Lektüre von Annamaria Grabowskis erhellendem Buch wird man kein anoymes Schnitzel als entfremdeten Gegenstand auf dem Teller ansehen.
Die Autorin sagt: “Ich habe mich den Tieren in der Massentierhaltung, hier besonders den Schweinen, zugewandt.Ich bin der Frage, was uns Menschen bewegt, Tiere in Massentierhaltung, Massentiertransporten, Massenschlachtanlagen zu bringen, nachgegangen.Enstanden ist dieses Buch, das auch eine Kulturgeschichte des Fleisches, des Fleischgenusses, aber auch der Gewalt ist. Vorgestellt wird auch die Situation derer, die in Schlachthöfen, auf Tiertransporten und Auktionshäusern für Farmtiere arbeiten;die Frage wird gestellt, welche Auswirkungen ihre Tätigkeit auf ihre Umwelt, die nähere und weitere, haben könnte, wleche Folgen chronische Gewalt an Tieren bei Tier und Mensch auslöst. Wissenschaftler werden zitiert, die nach intensicen Forschungsarbeiten davon überzeugt sind, dass Schweine intelligente, aufgeweckte und soziale Tiere sind. Es wird berichtet von Hamlet und Omelette, zwei Schweinen, die Videospiele lieben, von Lulu, die die Mutter ihrer Besitzerin rettet, von Schweinen, die sich selbst im Spiegel erkennen, die schwimmen und tauchen können, ach und noch so viel mehr.Das Schreien und Weinen der Schweine, bei der Kastration der Ferkel, bei der Wegnahme der Ferkel vom Muttertier, bei Abholung für den Transport zum Schlachthof, beim Schlachten am Hof, hat mich so bewegt, dass ich mich daran machte, über das Leben der Schweine zu recherchieren.”
cover[1]
Mit Engagement und Sachverstand Rezension von Melody
Mit bewunderungswürdigem Engagement widmet sich die Autorin dem Schicksal der Schweine in unserer Kultur und in unserem Alltagsleben. Sie schildert die Zustände in den Fleischfabriken und beleuchtet die reichhaltige Literatur zum Verhalten – und ebenso der Intelligenz – dieser so neugierigen und verspielten Säugetiere und kommt zu erschütternden Ergebnissen. Wer dieses Buch mit Herz und Verstand liest, ist aufgefordert sein eigenes Verhalten zu überdenken. Es liegt auf der Hand, daß billiges Schweinefleisch wie es gerade in Deutschland en masse “produziert” wird, mit unsäglichem Tierelend einhergeht und die Mehrheit der VerbraucherInnen dies akzeptiert, weil sie nicht von ihren Essensgewohnheiten ablassen mag, wozu Schweineschnitzel und Wurstwaren gehören. Grabowski zeigt, welche Folgen dies hat, für unsere Gesundheit, unsere Umwelt, unser Wohlbefinden – und das Leben der Tiere, das kaum mehr als “Leben” und definitiv nicht als artgerechtes Leben bezeichnet werden kann. Auf fast 1000 Seiten zeigt uns die Autorin alle Aspekte des Schweinelebens, und der Bedeutung, die dieser systematische Mißbrauch für uns alle hat. Wer nun ein trockenes Sachbuch erwartet wird eines Besseren belehrt. Mit zahlreichen Abbildungen, Textcollagen und eigenen Meinungen macht die Autorin dieses Buch trotz seiner erschütternden Thematik zu einer erträglichen und abwechslungsreichen Lektüre, wobei die Ernsthaftigkeit ihres Ansatzes, der durch Hinweise auf die moderne Tierethik und Tierphilosophie unterstützt wird, immer präsent ist. Problematisch ist Grabowskis Versuch die Schoah und die Massentierhaltung miteinander zu verknüpfen und in diesen ohnehin sehr anspruchsvollen Text einzufügen. Dies könnte manchen LeserIn zu Mißverständnissen verleiten, eine Gefahr die der Ankündigungstext nahelegt; die Verknüpfung von Schwein und Schoah ist nicht ausreichend dargestellt. Muslimische und jüdische LeserInnen wird diese Verknüpfung irritieren: das Schwein ruft in vielen Kulturen und Religionen negative Assoziationen hervor und wird als “unrein” betrachtet; ein Vergleich von Mensch und Schwein gilt als massive Beleidigung. Annamaria Grabowski, die auch Psychologin und Psychotherapeutin ist und zur Veröffentlichung einen eigenen Verlag gegründet hat, stellt die industrielle Tierproduktion und Tiervernichtung und die deutschen Vergangenheit in ein Kontinuum. Kurzum: Ein mutiges und engagiertes Buch mit politischem und gesellschaftsveränderndem Anspruch, reichhaltigem Fotomaterial, ausführlichen Texten, dem unbedingt eine große Verbreitung zu wünschen ist.

„Schwein gehabt?“ Textauszug aus meinem Buch


Deutsch: Albrecht-Dürer-Schwein im Wildpark Hu...
Deutsch: Albrecht-Dürer-Schwein im Wildpark Hundshaupten. Eine Rückzüchtung die so aussieht, wie die Schweine um 1500 in Deutschland. Die Rückzüchtung basierte auf Bildern von Albrecht Dürer (Photo credit: Wikipedia)

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Textauszug aus Schwein gehabt?

Von der Assembly Line zur Dissambly Line

Viele Techniker und Wissenschaftler machten sich Gedanken zur Anwendung der Mathematik auf das Schwein. Aber auch technische Errungenschaften auf anderen Gebieten wurden wiederum in den Schlachthöfen eingesetzt. So wurde das Fließband, die sog. Assembly Line um 1910 zum ersten Mal bei der Autofabrik Henry Ford zur Herstellung des ersten Serienwagens, des Modell T, eingesetzt. Die Neuerung bestand nun darin, dass das Produkt sich bei der Assembly Line auf den Arbeiter zubewegte; dieser blieb an seinem Arbeitsplatz stehen und führte dort die immer gleichen Bewegungen an den auf den Assembly Lines vorbeigleitenden Autos durch.

Diese Assembly Lines waren aber nicht die Erfindung von Ford; sie stellten die Nachahmung der im Jahr 1830 in Cincinatti, Ohio, erfundenen Disassembly Lines dar, die jedoch nicht zum Zusammenbauen – hier von Autos – sondern zum Zerlegen – hier von Tierleibern – gedient hatten. In der ursprünglichen Form der Disassembly Lines hingen da geschlachtete Schweine an einer rundlaufenden Kette, während Arbeiter auf ihrem Arbeitsplatz das immer gleiche Stück Fleisch oder den gleichen Knochen bei jedem herankommenden Tier durchschneiden oder durchschlagen mussten.

Source: Library of Congress, 1904 USA Windsor Leland löste das o.g. Problem, bei dem durch das waagerechte Liegen der toten Schweine das Blut nicht völlig abfließen konnte, im Jahre 1866 dadurch, dass er die sog. Slaughtering Machine erfand. Das war eine epochemachende Erfindung, die viele weitere Erfindungen und Erkenntnisse bezüglich der Technik in der Fleischverarbeitenden und anderen Industrien nach sich zogen.

Lelands bahnbrechende Idee

Ein Haken, den man dem lebenden Schwein ins Schienbein bohrte, wurde mittels eines Dampfaufzugs an einer Zahnstange in die Höhe gerissen. Das Schwein wurde mit dem Bein an dem Transportband hängend weiterbewegt, so dass ihm, ohne den Hammerschlag auf den Kopf, bei lebendigem Leib die Gurgel durchgeschnitten werden konnte. Der Kadaver wurde dann, wie sonst auch, entborstet, enthäutet, ausgeweidet, zerstückelt, zerschnitten: Das Tier mit dem Kopf nach unten zu töten, erleichterte das Ausbluten und verbesserte

Fleischqualität, bemerkte D`Eramo in seinem Roman Das Schwein und der Wolkenkratzer (D`Èramo 1998) .

Mehr wissenschaftliches Vorgehen bedeutete mehr Rationalisierung und höheren Einsatz von Maschinen. So wurde der Prozess des Schlachtens zu einem wissenschaftlichen Forschungsobjekt. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung standen an einer Disassembly Line 126 Personen, um ein Schwein zu schlachten und herzurichten. Die hervorragende Art, wie in Chicago alljährlich Hunderttausende von Rindern und mehr als eineinhalb Millionen Schweine und Schafe empfangen, untergebracht, ernährt und verschickt werden, ruft die Bewunderung der ganzen Welt hervor. Das barbarische und abstoßende Geschäft des Viehhandels sei auf diese Weise vom Schmutz gereinigt, sauber, leicht, ansehnlich und angenehm geworden (D’Eramo 1998) .

Wer ist Marco D`Eramo? Ein italienischer Soziologe, der in dem Vorwort zu seinem Buch Das Schwein und der Wolkenkratzer über Chicago schreibt, ja, nicht nur über Schweine und Wolkenkratzer; er übernimmt eine brillant geschriebene, kleine Kulturreise durch Chicago: Es wäre ganz nutzlos abzustreiten, wie liebenswert diese Stadt ist, wie sehr sie für sich einzunehmen versteht. Neben den korruptesten Politikern Amerikas, den gewalttätigsten Gangs und den skrupellosesten Kapitalisten hat sie die sozialsten Bewegungen hervorgebracht, hier hat Reverend Jesse Jackson seine politische Laufbahn begonnen. Unter den Bäumen des Lincoln Parks am blauen See nähern sich Eichhörnchen ohne jede Scheu dem Spaziergänger, um sich füttern zu lassen (D`Eramo 1998).

Aber das so strahlende Geschäft des Schlachtens durch die wissenschaftliche Schlachtmaschine, die geniale Idee Lelands, hatte furchtbare Nebenwirkungen Da das Schwein mit dem Kopf nach unten bei lebendigem Leibe geschlachtet wurde, spritzte das Blut im Todeskampf des Tieres, weil das Herz noch arbeitete, mit unvorstellbarem Druck in alle Richtungen. Dazu kam der Lärm. In den alten Schlachthäusern, in denen die Tiere mit einem Hammerschlag getötet worden waren, gab es wenig Geräusche. Die an einem Haken aufgehängten Schweine dagegen – denen man ja bei lebendem Leibe einen Haken in das Schienbein getrieben hatte – grunzten und quiekten jämmerlich, und diese herzzerreißenden Laute erhoben sich gleichzeitig aus Tausenden von Schweinekehlen (D’Eramo 1998) .

Nur nebenbei bemerkt: Die Vereinigung der Metzger, die Chicago Butchers Association lobte 1869 einen Wettbewerb zur Prämierung des Ersten Nationalen Schlachtchampions aus. Man spricht heute noch von einem gewissen Leyden, der sein Rind in vier Minuten und 45 Sekunden schlachten und zurichten konnte (Wade 1987).

Schlachten am Fließband war nun zur Schweinefleischgewinnung mittels angewandter Mathematik geworden. Sinclair spricht sein Schaudern über dieses Geschehen und sein tiefstes Mitgefühl für die Schlachttiere in den Yards aus: Dennoch konnte selbst der unsentimentalste Mensch nicht umhin, an die Tiere zu denken. Sie waren so arglos, trotteten so vertrauensselig herbei, wirkten in ihrem Protest so menschlich – und waren mit ihm so im Recht! Sie hatten nichts verbrochen, womit sie das verdient hätten, und zu dem Unrecht kam noch die Demütigung, die kaltblütige, unpersönliche Weise, wie man sie hier ins Jenseits beförderte, ohne auch nur die Vorspiegelung einer Abbitte, ohne Opferung einer einzigen Träne.[…] Was hier vor sich ging, war wie ein Verbrechen, das in einem Verlies begangen wird, unbemerkt und unbeachtet, vor allen Augen verborgen und sogleich aus dem Bewusstsein verdrängt. Man konnte nicht lange zusehen, ohne ins Philophieren zu kommen, ohne auf Gleichnisse zu verfallen, Sinnbilder zu sehen und das Schweinequieken des ganzen Alls zu hören.

Sollte es wirklich nirgendwo auf der Erde oder über der Erde einen Himmel für Schweine geben, wo sie für all ihr Leiden entschädigt werden? Jedes dieser Schweine stellte doch ein Geschöpf für sich dar; manche waren rosa, andere schwarz oder braun, wieder andere gefleckt; manche waren alt, manche jung, manche waren rank und schlank, manche dick und fett. Und jedes hatte seine Individualität, seinen eigenen Willen, seine Wünsche und Hoffnungen, jedes besaß Selbstgefühl und Würde. Vertrauensvoll und stark im Glauben war es seinen Geschäften nachgegangen, während die ganze Zeit ein schwarzer Schatten über ihm schwebte und ein schreckliches Verhängnis seiner harrte. Und jetzt schlug dieses Schicksal plötzlich zu, kam wie ein Raubvogel herabgestürzt und packte es am Bein. Brutal vollzog es seinen Willen an ihm, gefühllos gegen alles Protestieren und Schreien des Tieres, so als hätte dieses überhaupt keine Empfindungen – es schnitt ihm die Kehle durch und schaute zu, wie es sein Leben aushauchte. Sollte man da nun glauben, dass es nirgendwo einen Gott der Schweine gebe, dem diese Schweinepersönlichkeit teuer ist, dem diese Schreie und Todesqualen etwas bedeuten? Der das Schwein dann in die Arme nimmt und es tröstet, der es für sein wohlgetanes Werk belohnt und ihm den Sinn seines Opfers klarmacht (Sinclair 1985)?

Astrid Lindgren, die bekannte schwedische Autorin, führte eines Tages mit Gott ein Gespräch – im Traum natürlich. Astrid fragt Gott: Und Er sah, dass es gut war? Meinst du das wirklich? Gott antwortet: war es denn nicht so, nicht gut? Wart ab, sagt Astrid, bis du erst die Tierfabriken mit ihren riesigen Beständen zu sehen kriegst! Was hältst du zum Beispiel von einer Tierfabrik, die Jahr für Jahr 30 000 Schweine umsetzt? Du findest ja, dass Schweine so vergnügte Tiere sind! Glaubst du wirklich, dass man unter diesen 30. 000 auch nur ein einziges vergnügtes Ferkel finden kann? Oder eines, das einigermaßen gesund ist? Gott ist jetzt wirklich aufgebracht und fordert Astrid auf: Ich will den sprechen, der für all das verantwortlich ist. Wer ist das (Lindgren 1992)?

Sinclair hätte sich sicher in dieses Gespräch eingemischt und den Gott in Astrid Lindgrens Traum gefragt, ob er dieser Gott sei, der das Schwein in den Arm nehmen und es trösten, der es für sein wohlgetanes Werk belohnen und ihm den Sinn seines Opfers klarmachen werde? Es ist vielleicht nicht bekannt, dass Astrid Lindgren aktive Tierschützerin war. In ihrem Kinderbuch Meine Kuh will auch Spaß haben, das sie gemeinsam mit der schwedischen Tierärztin, Kristina Forslund, geschrieben hatte, berichtet sie über ihren Traum, in dem sie erlebte, dass Gott für eine kleine Inspektionsrunde zur Erde gekommen war, um zu kontrollieren, wie es den Tieren auf Erden erginge. Bring mich zu irgendeinem traulichen Platz, an dem viele Tiere versammelt sind, sagte Gott. Und Astrid schlägt ihm nun listigerweise vor, doch bei den Schweinen vorbeizuschauen. Das gefällt Gott, er sagt, Schweine sind vergnügte und intelligente Tiere, und komischerweise mögen sie es, wenn man sie kitzelt, das weiß ich noch genau.

Und Astrid führt Gott direkt in die Hölle, in einen Schlachthof für Schweine. Halt, halt, stopp, diese Tiere leiden, das sehe ich! schreit er. Und er sieht die Menge der von Entsetzen gepackten Schweine, die mit elektrischen Schlägen zum Schlachten getrieben werden, er sieht, wie die in rasendem Tempo betäubt und auf Haken gehängt, abgestochen und ausgeblutet werden. Gott schien einen Augenblick überhaupt nichts zu begreifen. Er wirkte völlig verstört vom Anblick der Schweine, die hastig ausgeblutet und dann in den Brühkessel geworfen wurden. Darunter war auch ein armes, kleines Ferkel, das wegen der Eile nicht richtig ausgeblutet war. Als es in dem heißen Brühwasser landete, erwachte es quiekend wieder zum Leben und machte sich in seiner Panik daran, im Kessel herumzuschwimmen, mitten zwischen seinen dahintreibenden, toten Ferkelfreunden (Lindgren 1991). Und ein ehemaliger Kopf-Schlächter aus Deutschland schreibt in seiner Lebensbeichte

Oder bei den Spanferkeln, die die Leute draußen fressen – die Quiekerei und die Schreie von den Kleinen – die ahnen das, die spüren, wenn sie geschlachtet werden sollen. Wenn´s einer nicht kann – die schießen dann verkehrt oder stechen verkehrt und diese Tiere leben dann ja noch -, bei lebendigem Leib werden viele geschlachtet, die Spanferkel. Ja, die kommen also erst mal rein, die kommen dann in so einen Kessel rein, dann werden sie enthaart. Ja, viele leben noch, na logo! Etliche kommen lebend in den Kessel rein zur Enthaarung. Das ist siedend heiß, das Wasser. Die Borsten werden dann abgebrüht. Dann werden sie gehäutet (Marterer o.J.).

Und dann fällt mir Jurgis ein, der zu Dieve sagt, was bin ich froh, kein Schwein zu sein!

Gute Rezension macht froh! Danke schön!


Karmelitenkreuzgang, Adler u. Schwein SW
Karmelitenkreuzgang, Adler u. Schwein SW (Photo credit: Wikipedia)
Deutsch: Magalitza-Schwein (Wollschwein), foto...
Deutsch: Magalitza-Schwein (Wollschwein), fotografiert im Herzogenriedpark in Mannheim (Baden-Württemberg, Deutschland) (Photo credit: Wikipedia)
de: Turopolje-Schwein mit Ferkel, Wildpark Elf...
de: Turopolje-Schwein mit Ferkel, Wildpark Elfenberg, Steiermark, Österreich (Photo credit: Wikipedia)
 
 
 
4.0 von 5 Sternen Engagement und Sachverstand 10. Februar 2013
Von Melody
Mit bewunderungswürdigem Engagement widmet sich die Autorin dem Schicksal der Schweine in unserer Kultur und in unserem Alltagsleben. Sie schildert die Zustände in den Fleischfabriken und beleuchtet die reichhaltige Literatur zum Verhalten – und ebenso der Intelligenz – dieser so neugierigen und verspielten Säugetiere und kommt zu erschütternden Ergebnissen. Wer dieses Buch mit Herz und Verstand liest, ist aufgefordert sein eigenes Verhalten zu überdenken. Es liegt auf der Hand, daß billiges Schweinefleisch wie es gerade in Deutschland en masse „produziert“ wird, mit unsäglichem Tierelend einhergeht und die Mehrheit der VerbraucherInnen dies akzeptiert, weil sie nicht von ihren Essensgewohnheiten ablassen mag, wozu Schweineschnitzel und Wurstwaren gehören. Grabowski zeigt, welche Folgen dies hat, für unsere Gesundheit, unsere Umwelt, unser Wohlbefinden – und das Leben der Tiere, das kaum mehr als „Leben“ und definitiv nicht als artgerechtes Leben bezeichnet werden kann. Auf fast 1000 Seiten zeigt uns die Autorin alle Aspekte des Schweinelebens, und der Bedeutung, die dieser systematische Mißbrauch für uns alle hat.
Wer nun ein trockenes Sachbuch erwartet wird eines Besseren belehrt. Mit zahlreichen Abbildungen, Textcollagen und eigenen Meinungen macht die Autorin dieses Buch trotz seiner erschütternden Thematik zu einer erträglichen und abwechslungsreichen Lektüre, wobei die Ernsthaftigkeit ihres Ansatzes, der durch Hinweise auf die moderne Tierethik und Tierphilosophie unterstützt wird, immer präsent ist. Problematisch ist Grabowskis Versuch die Schoah und die Massentierhaltung miteinander zu verknüpfen und in diesen ohnehin sehr anspruchsvollen Text einzufügen. Dies könnte manchen LeserIn zu Mißverständnissen verleiten, eine Gefahr die der Ankündigungstext nahelegt; die Verknüpfung von Schwein und Schoah ist nicht ausreichend dargestellt. Muslimische und jüdische LeserInnen wird diese Verknüpfung irritieren: das Schwein ruft in vielen Kulturen und Religionen negative Assoziationen hervor und wird als „unrein“ betrachtet; ein Vergleich von Mensch und Schwein gilt als massive Beleidigung. Annamaria Grabowski, die auch Psychologin und Psychotherapeutin ist und zur Veröffentlichung einen eigenen Verlag gegründet hat, stellt die industrielle Tierproduktion und Tiervernichtung und die deutschen Vergangenheit in ein Kontinuum.
Kurzum: Ein mutiges und engagiertes Buch mit politischem und gesellschaftsveränderndem Anspruch, reichhaltigem Fotomaterial, ausführlichen Texten, dem unbedingt eine große Verbreitung zu wünschen ist.

„SCHWEIN GEHABT?“ wohl kaum: das kurze Leben eines Ferkels


 
 
 
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Das kurze Leben von Ferkel 0146 © Björn LuxFarkel
 Ferkel 0146 hängt noch an der Nabelschnur. Anderthalb Kilo wiegt es nach der Geburt. Noch 118,5 Kilo bis zum Kotelett
Sechs Monate lang haben stern-Reporter ein Mastschwein begleitet. Von der Geburt im Stall bis zum Tod im Schlachthof – und darüber hinaus: Die Geschichte eines Schnitzels.Das Messer blitzt, die Schweine schrein,
Man muß sie halt benutzen,
Denn jeder denkt: Wozu das Schwein,
Wenn wir es nicht verputzen?
(Wilhelm Busch)
 

Blut tropft auf den Gitterrost. Der Bauer greift tief rein in die Sau – kommt da noch was? Auf einmal gucken kleine Klauen hervor, der Bauer zieht. „Hoffentlich bin ich nicht zu spät, das sah so blau aus“, sagt er.

Heute ist Ferkeltag im Stall von Bauer Pulvermann. Alle Sauen werden zur selben Zeit besamt, deshalb „ferkeln“ sie auch zur selben Zeit. Drei Monate, drei Wochen und drei Tage dauert die Schwangerschaft, „So’n Schwein funktioniert wie ein Uhrwerk“, sagt Dieter Pulvermann.

Die Sau schnauft schwer. Ein tiefes langes Grunzen, dann glitscht es aus ihr heraus, es quiekt. Das schleimige Ferkelkind verheddert sich in der Nabelschnur und fällt auf die Schnauze. Kurz öffnet es seine schwarzblauen Augen, dann stakst es los – da ist die Zitze. Schauer laufen ihm über den blassrosa Rücken, aber es saugt, kräftig und entschieden.

Die Geschichte eines Schnitzels

Das ist das Schwein, das wir sechs Monate begleiten werden, bis zum Tod. Wir nennen es nicht „Grunzi“, bestimmt nicht „Babe„. Keine Sentimentalitäten bitte. Denn dies ist die Geschichte eines Schnitzels. Geboren, um zu sterben. Produziert wie eine Alufelge oder eine Steckdose. Ein Gebrauchsgegenstand, und so liest sich auch sein Name: 0146. Das ist die Nummer des Stalls. 1,5 Kilo wiegt das Ferkel nach der Geburt. Noch 118,5 Kilo bis zum Schlachtgewicht. Ein Schweineleben.

Am ersten Morgen kommt der Ringelschwanz ab. Das Kupiereisen dampft, es riecht nach verbranntem Fleisch. Ferkel 0146 quietscht schrill und zappelt mit den Beinen. Anschließend werden die Eckzähne mit einer rotierenden Maschine abgeschliffen. Damit die Tiere sich nicht gegenseitig verletzen, sagt Valentina. Die Russlanddeutsche ist die einzige Angestellte auf dem Hof, zuständig für 4000 Tiere: 250 Säue und 3750 Mastschweine. Immer weniger Menschen, immer mehr Schweine. „Nur so bin ich konkurrenzfähig“, sagt Bauer Pulvermann. Als der diplomierte Agraringenieur den Hof 1990 von seinen Eltern übernahm, lebten dort 800 Schweine. …

….  Die Enkelinnen Julia und Lena, neun und elf Jahre alt, dazu eine Nachbarin, sind zum Abendessen eingeladen. Julia und Lena teilen sich ein Kotelett: „Das ist so riesig, das ist doch vom Dinosaurier, nicht vom Schwein.“ Die Mädchen kauen zufrieden. Im Kamin prasselt ein Feuer. Biedermeierstühle, Tafelsilber, gelbe Rosen, weißes Porzellan – Ferkel 0146 hat nicht stilvoll gelebt, aber es wird stilvoll verspeist.

http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/massentierhaltung-das-kurze-leben-von-ferkel-0146-643451.html BITTE VOLLSTÄNDIGEN ARTIKEL HIER DOWNLOADEN

 

„Magst du blaue Overalls und Farmer?“


 

Bill Farmer
Bill Farmer (Photo credit: Wikipedia)

Schweine machen Menschen zu sich selbst – zu Schweinen

 

„Magst du

Blaue Overalls und Farmer?

Ich mag sie nicht.

Sam ist

zu Schwein geworden.

Ich mag

Keine blauen Overalls und

Keine Farmer.

Sie fraßen seine Geschlechtsteile.

Sie aßen seine Lenden.

Sie aßen seine…

Ich wundere mich,

 

Sie fraßen sozusagen alles.

Sie benagten alles, schlürften alles heraus,

zermalmten, zermatschten

alles mit  ihren

Zähnen und  Mündern.

 

Einzig allein das falsche Gebiss des

Mannes verschmähten sie;

Schweine haben Grenzen.

Retter fanden nur den elenden Zahnersatz auf

Dem blutigen Wiesengrund der Farmer.

Der Mann lebte durch seinen Schweinestall

Und starb an seinem Schweinestall.

Suffering Pigs – a Video You´ll be shocked!


English: A chimera is a fictional monster made...
Image via Wikipedia

I searched for my book Schwein gehabt? for about 3 years. I saw so many terrible videos and photographs. But this one is so brutal, showing real torture for pigs, living creatures. „Humans“ beat them, treat them like trash, please, let us work together for these creatures: they are animals like our pets, too. They feel, they think, they even have metakognition, they could play video-games, they help people, they are actors in films, unbelievable nice & curious creatures.

And now, please, watch that Video:

http://youtu.be/IvTlB8L2CDkhttp://youtu.be/IvTlB8L2CDkhttp://youtu.be/IvTlB8L2CDkhttp://youtu.be/IvTlB8L2CDkhttp://youtu.be/IvTlB8L2CDk

 That photograph above I chose because I want to show You how pigs would experience our treating them!

Farmer Feeds GMO Corn to his Pigs & ….


English: Cultivation of gm corn in the EU Deut...
Image via Wikipedia

No need for condoms –

GE corn can do the job Farmer feeds GMO corn to his pigs: they all become sterile. Video: http://www.setyoufreenews.com/2012/01/21/farmers-pigs-all-sterile-from-gmo-corn/ Feature story – January 12, 2009

New research from Austria shows that a commercial strain of Monsanto-made GE corn causes mice to have fewer and weaker babies. What is this doing to human fertility? Regulators around the world said Monsanto’s GE corn was as safe as non-GE strains.

It has been approved in many countries and regions including the US, the EU, Argentina, Japan, Philippines and South Africa. China approved the GE corn for animal feed back in 2005. Until this research, under the Austrian Ministries for Agriculture and Health, none of the regulators had seriously questioned the safety of Monsanto’s GE corn. The biotech industry is playing a game of genetic roulette with our food and with our health. The GE corn research Austrian scientists fed mice over a course of 20 weeks a mixture of 33 percent Monsanto GE corn (NK 603 x MON 810) and non-GE corn. These mice gave birth to less babies and lighter babies in their third and fourth litters. Mice fed on non-GE corn had babies as normal.

These differences are statistically significant. India and GE food The GEAC(Genetic Engineering Approval Committee), a government body, has approved large scale field trials for BT corn in three agricultural universities in India. This corn is the same corn that according to a study by the Austrian government leads to infertility in the females of the rats that it was tested upon. In the light of this latest research, Greenpeace India is urging the government to put the brakes on GE food. „Genetic Engineering as a technology cannot be taken as safe without adequate safety tests“ said Dr. Sujatha Byravan, Molecular biologist and former President of The Council for Responsible Genetics. GE Brinjal is also in the pipeline, and being considered for approval. Monsanto’s GE corn hurts mouse reproduction. So what is it doing to human reproduction? Considering the severity of the potential threat, Greenpeace is demanding a recall of genetically-engineered food and crops from the global market. Jerry Rosman, a pig farmer in Iowa, was cultivating GMO corn,(Roundup Ready and BT) and fed this corn to his pigs. Result: his sows became infertile, and then after one year he went bankrupt (Video)

Please read the book Seeds of Destruction: The Hidden Agenda of Genetic Manipulation

Neues Buch: Schwein gehabt? Drama hinter verschlossenen Türen: Das Schwein in der Massentierhaltung


English: pigs Français : cochons English: Schw...
Image via Wikipedia

Schwein gehabt?

Drama hinter verschlossenen Türen:
Das Schwein in der
Massentierhaltung



Autorenprofil:

Annamaria Grabowski mit Komondor Baldúr – Rückseite-Titel-Foto


Ich habe mich den Tieren in der Massentierhaltung, hier besonders den Schweinen, zugewandt. Ich bin der Frage, was uns Menschen bewegt, Tiere in Massentierhaltung, Massentiertransporten, Massenschlachtanlagen zu bringen, nachgegangen. Entstanden ist dieses Buch, das auch eine Kulturgeschichte des Fleisches, des Fleischgenusses,  aber auch der Gewalt ist.

Vorgestellt wird auch die Situation derer, die in Schlachthöfen, auf Tiertransporten und Auktionshäusern für Farmtiere arbeiten; die Frage wird gestellt, welche

Auswirkungen ihre Tätigkeit auf ihre Umwelt, die nähere und die weitere, haben könnten,  welche Folgen chronische Gewalt an Tieren  bei Tier und Mensch auslöst.

Ich habe mich auch an das Thema Holocaust-Vergleich – ist er erlaubt oder ist er verboten? – herangewagt und es bearbeitet.

Wissenschaftler werden zitiert, die nach intensiven Forschungsarbeiten davon überzeugt sind, dass Schweine intelligente, aufgeweckte und soziale Tiere sind. Es wird berichtet von Hamlet und Omelette, zwei Schweinen, die Videospiele lieben, von Lulu, die die Mutter ihrer Besitzerin rettet, von Schweinen, die sich selbst im Spiegel erkennen, die schwimmen und tauchen können, ach und noch so viel mehr.
Das Schreien und Weinen der Schweine, bei der Kastration der Ferkel, bei Wegnahme der Ferkel vom Muttertier, bei Abholung für den Transport zum Schlachthof, das habe ich hautnah erlebt;  das hat mich  so bewegt, dass ich mich daran machte, über das Leben der Schweine zu recherchieren.

Herausgekommen dabei ist dieses Buch.

Ein Blick in die Gliederung: 
Das Schwein in Europa
   Was sagt die EU?
   Vorstellung von Schweineställen
  
Die Situation der Ferkel – mit einem Wort: eine
   Katastrophe  

Beispiele
  Thema Ferkelkastration usw.
 
Das Essen von Fleisch
   Prunk am Hofe
   Betrachtungen über das Essen von Fleisch
   Tödlein

    und Gedenktafeln – was haben sie uns zu sagen?
 
Schlachthaushistorie
   – Gewalt am Arbeitsplatz
   – Gewalt an Mensch  & Tier
   – Gewalt zuhause
   – Gewalt im Bereich der Schlachtzentren
   – Greift hier das Modell von Garcione?
 
Geschichte der Schlachthäuser
Interviews mit ArbeiterInnen
Beschreibungen und persönliche Erlebnisse von Beschäftigten
 
Situation der Schweine in den Massentierhaltungen

Situation der Umwelt
Was geschieht, wenn eine Naturkatastrophe eintritt  

Beispiele
Wohin mit toten Tieren?
 
Das Leiden und die Leidensfähigkeit der Tiere
Wissenschaftliche Erkenntnisse dazu
 
Schweine sind kluge Tiere

  Schweine und Metakognition
  Schweine sehen sich im Spiegel

Agonie im Schweinestall
Mörderische Tierquälerei, dokumentiert anhand vieler Links zu
   Videos und Textseiten

EU-Bestimmungen zur Schweinehaltung, Transport von Schweinen usw.

Was können wir von Norwegen lernen?

Können Schweine singen?

Verhaltensstörungen bei Sauen
 
Schlachtarbeiter brauchen keine Ausbildung
   Sie haben fast keine Kontrolle an ihrem Arbeitsplatz
   Sie haben sehr hohe Verletzungs- und Krankheitsrisiken

Wie kann die Situation an Schlachthöfen verändert werden?

Prof. Temple Grandin forscht auf diesem Gebiete


Was hat der Holocaust mit unseren Massentierhaltungen zu tun?
    Sklaverei hat viele Gesichter
 
Wissenschaftler erforschen das Thema:
    Hauer-Ausbrechen bei Ebern

Kanada als schlechtestes Beispiel beim Umgang mit Ebern
 
Brennende Ställe und kein Ende
 
Euthanasie bei Schweinen

Wie findet Vermehrung der Schweine statt?

Viele kluge Leute sprechen über Schweine

Und vieles, vieles mehr…

Das Buch ist im Eigenverlag Grabowski erschienen.

639 Fußnoten

19 Seiten Gliederung

Insgesamt 577 Seiten, 2/3 davon bebildert. Preis incl. Versand € 59,–

Bestellung unter: 09405-9177224 oder unter schweingehabt@googlemail.com www.schweingehabt.wordpress.com

                 Warnung !

                         Tiere sind

 für viele Menschen Begleiter und Freunde, aber für viele Menschen auch Nahrungsmittel.

In diesem Buch wird auch die Situation der Tiere beleuchtet, 

die in Massentierhaltungssystemen leben, die sich auf dem Transport oder in Schlachthäusern befinden.

Bitte, lassen Sie Kinder und empfindliche Menschen diese Fotos nicht  oder nicht allein ansehen.

Betrachten Sie bitte die Fotos      und Videos, die Sie sie herunter laden, auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung!

Schweine kennen mehr als 20 Lautaeusserungen – findet Grabowski heraus


Deutsch: Schweine Kastration English: Castrati...
Image via Wikipedia
Wer weiß, warum Schweine bestimmte Laute ausstoßen?Wer weiß, wann Schweine schreien?

Wer fragt danach?

 Das Schreien bei Schweine ist in natürlichen Situationen nur in Ausnahmefällen zu hören: Imponierschreien im Kampf bei Adulten oder das Kreischen von Ferkeln, die sich irgendwo festgelaufen haben.Haltungsbedingt ist dagegen das Phänomen von schreienden Mastschweinen oder Sauen zu Beginn der Fütterung, beim Verladen und Transport beziehungsweise beim Treiben in ein Schlachthaus. Im Freiland beginnen bei der gemeinsamen Futtersuche alle Gruppenmitglieder simultan mit dem Fressen. Es ist zu vermuten, dass Schweine sich festgelaufen fühlen, wenn sie hören, wie andere Schweine im gleichen Stall anfangen zu fressen, während sie selbst im gleichen Raum daran gehindert werden. Vergleichbar dem Festlaufen scheint die Situation zu sein, in der Schlachtschweine mit Gewalt von einem Platz zum anderen befördert werden, beziehungsweise Sauen mit einer Nasenschlinge fixiert werden und sich nicht mehr von der Stelle rühren können. Schreiende Schweine greifen demnach in solchen extremen Stresssituationen auf Verhaltensweisen zurück, die typisch sind für jüngere Lebensabschnitte, nämlich auf die Verhaltensweisen der Ferkel, die um die Hilfe ihrer Sau schreien. Das Wohlbefinden der domestizierten Schweine ist eindeutig herabgesetzt, solange sie als Schreiende Schweine gehört werden (§ 2Nr. 1 und 2, § 17 Nr. 2b TierSchG) (Van Putten 2000).[1] Weary (Weary 1992)[2] und McGregor, P. K., et al. (McGregor et al. 1992)[3] sprechen von 20 Lauten, die Schweinen zur Verfügung stünden. Van Putten (van Putten 1986)[4] erklärt hingegen, Schweine hätten ein Lautrepertoire von 40 verschiedenen Tönen aufzuweisen. Einige von diesen Tönen sollen hier auch vorgestellt werden.

 

Der Deckgesang des sauenbespringenden Nabob

Reich und klangvoll ist der Wortsschatz der Grunzer

 

Eben geboren, schon äußern Ferkel Kontakt-, Hunger- und Schmerzlaute. Bereits am dritten Lebenstag verfügen sie  über ein sinnvoll abgestuftes Vokabular in den Bereichen des Abwehrens, Suchens, Kämpfens und der Angst. Bis zur dritten Lebenswoche erlernen Ferkel schwierige Tonfolgen, mit denen sie warnen oder gar alarmieren. Mit zunehmender Geschlechtsreife, etwa vom vierten Lebensmonat an, vollenden sie dann nach und nach ihre sprachliche Grundausbildung als Schwein mit werbenden Liebeslauten (Groskreutz 1989). [5]

Wenn  ein Eber in die Gehäuse von rauschigen Sauen geführt wird, fängt er an, das weibliche Tier zu beschnüffeln, die Seiten der Nase, die Flanken, die Vulva; er bewegt seinen Kopf von einer Seite zur anderen, je nachdem, wie seine Geliebte posiert. Dabei beißt der Eber zart in die Ohren der begehrten Dame seines Herzens, so anmutig, wie man es sich niemals vorstellen könnte  (Blackshaw o.J.).[6]  

Der Deckgesang des sauenbespringenden Ebers ist ein Werbungssong, eine Art sanftes, gutturales Grunzen. Wenn es  ertönt, antwortet ihm die auserwählte  Schweinedame! Sie singen sich  un  an, berühren einander zärtlich, beschnüffeln sich und jagen einander im Liebesspiel. Dabei wird Androstenon (Androstenon ist ein Steroid ((Androgen)) und ein Metabolit des Sexualhormons Testosteron, das bei verschiedenen Säugetieren als Pheromon dient) freigesetzt, während der Eber einen schaumigen Schleim im Maul produziert, (Bemerkung von mir: der Werbende  wird quasi zu einem Schaumschläger!) indem er fortwährend kaut und mit den Zähnen knirscht.

 

Und so wird die Sprachkunst des Suus Scrofa schließlich von dem betörenden Deckgesang des sauenbespringenden Nabobs gekrönt. Sein geheimnisvolles, gutturales Grunzstakkato betört Nabine vollends, so daß sie bombenfest steht und mit reichem Ohrenspiel duldet. Meist  können Eber bis zu 30 Minuten im Liebesspiel verharren, bis sie ejakulieren. Die Sauen grasen manchmal und gehen einige Schritte nach vorn, bis der Eber wieder herabspringt  

(siehe auch: how do pigs mate?) [7] und Groskreutz (Groskreutz 1989).[8]

 

Auch Schweinemütter murmeln ihren Ferkeln leise Laute ins Ohr, ihr verzücktes Quieken ist nur zu vernehmen, wenn man sich Zeit nimmt, zuzuhören.

 

Quelle: Grabowski, A.: Schwein gehabt? S. 159