Dänemark gilt als Vorzeigeland für Schweinehaltung, aber:


 

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Dänemark gilt als Vorzeigeland für Schweinehaltung, aber:

Mindestens 24 % der Schweine leben in chronischen Schmerzzuständen

Autopsien haben gezeigt, woran die Tiere zu Lebzeiten gelitten hatten:

  • Gebrochene (hintere) Gliedmaßen

  • Schmerzhafte, verbrauchte, verschlissene Gelenke

  • Chronische Knochenentzündungen und andere Beinabnormitäten

  • Überdehnte oder gerissene Ligamente (zumeist wenig dehnbare, faserartige Bindegewebsstränge, die Knochen mit Knochen verbinden)

  • Ausgekugelte und verstauche Gelenkkapseln

  • Arthritis

Die Sterblichkeitsrate unter den Sauen steigt unentwegt an, im gleichen Maße wie die Fruchtbarkeitsrate.

Und dies, obwohl 45% der Schweine getötet werden, bevor sie ihren zweiten Wurf erleben.

Ein Mutterschwein in Dänemark wirft im Jahresdurchschnitt ca. 25 Ferkel; das sind mehr als zweimal so viel wie vor 20 Jahren. Die Schweine erreichen ihr Schlachtgewicht nach 4 bis 5 Monaten. Das ist die Hälfte der Zeit, die sie vor 20 Jahren brauchten. Die Industrie arbeitet daran, die Fruchtbarkeitsrate auf 30 Ferkel pro Jahr/Sau zu erhöhen.

33% aller geschlachteten Schweine erhielten ungünstige Kommentare durch amtliche Veterinärinspektoren in den Schlachthäusern. Die Schlachtkörper wiesen folgende Verletzungen auf:

 

Schwanzbisse, Löcher oder Narben in und auf dem Lungengewebe, Lagerungswunden, wie  z.B. Schulternekrose etc.; 2002 wurden bei über 25.000 Schweinen so starke Liegeverletzungen festgestellt, dass Knochen durch die Haut herausstachen.

 

Die Hälfte der geschlachteten Schweine wies ernsthafte Missbildungen auf:

 

Herzklappenfehler oder Klappenvitium (Oberbegriff für angeborene oder erworbene Funktionsstörungen einer oder mehrerer Herzklappen). Ein Klappenfehler kann jede der vier Herzklappen betreffen, wobei die Klappen im linken Herz (Aorten-und Mitralklappe) deutlich häufiger betroffen sind als die im rechten Herzen (Pulmonal– und Trikuspidalklappe). Die Funktionsstörung kann in einer Verengung (Stenose), einer Schlussunfähigkeit (Insuffizienz) oder einer Kombination aus beidem (kombiniertes Vitium) bestehen.

 

Angeborene Fehlbildungen des Magens und des oberen Verdauungstrakts z.B. eine Pylorusstenose (eine Verengung im Bereich des Magenausganges). Charakteristisch ist die Verdickung des Bulbus (der Begriff Bulbus wird in der Anatomie zur Bezeichnung knollenförmiger Organe oder Organteile verwendet,) sowie Hypertrophie (H. bezeichnet in der Medizin die Größenzunahme eines Organs oder eines Gewebes ((bei vermehrter Beanspruchung)) allein durch Zellvergrößerung. In vergrößerten Organen können Hypertrophie und Hyperplasie parallel auftreten. Die Hypertrophie ergibt sich nur durch die vermehrte Syntheseleistung (hypertroph = überernährt) der Zellen, nicht aber durch Zellschwellung (verursacht zum Beispiel durch erhöhten Wassereinstrom oder Fetteinlagerung) und Spasmen der pylorischen Muskelschicht. Ursache ist offenbar eine Innervationsstörung   innerhalb des Plexus myentericus (Plexus myentericus (oder Auerbach-Plexus nach Leopold  Auerbach) ist ein Teil des Enterischen Nervensystems  (Das Enterische Nervensystem (kurz ENS,  enterisch von gr. Enteron für Darm; auch Darmnervensystem oder Eingeweidenervensystem genannt)).

 

Heterotopien (Heterotopie meint funktionelles Gewebe, das sich nicht an der anatomisch üblichen Lokalisation befindet) findet man in Form kleiner Inseln duodenalen Epithels (Besonderheit des Duodenums sogenannte Brunner-Drüsen (Glandulae duodenales))

oder

pankreatischer Drüsen. An diesen Stellen können sich Entzündung bis hin zu Ulzera entwickeln. Hernien (siehe oben) führen zu gastro-oesophagealem Reflux. Unter Umständen können größere Anteile der Bauchorgane in die Thoraxhöhle verlagert werden (Zwerchfellhernie) (privates Skript/aus meinem Med. Stud.).

Geschwüre  jeglicher Art wurden in einem Drittel der Schweine gefunden.

Überbelegung ist ein Hauptproblem in vielen Schweinehaltungen, vor allem, wenn saugende Ferkel bei den Müttern sind. Die dänische Tierschutzgruppe für Schweine ist der Meinung, dass die legalen Bedürfnisse der Schweine nach Bereitstellung von geeigneten Boxen für kranke, verwundete oder erschöpfte Schweine nicht befriedigt werden.

 

(Bericht von 16 Veterinären, veröffentlicht 2003 durch die Danish Pig Veterinary Society, Die  Dänische Veterinär-Gesellschaft für Schweine).

DIESE ZEILEN STAMMEN AUS MEINEM BUCH S.22-24:

Schwein gehabt? -Wissenschaftliche  Annäherung an eine Kulturgeschichte des Fleischverzehrs 2. Auflage – Hardcovercover1schweingehabt

Annamaria Dr. Grabowski

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Beschreibung

Die Autorin: Annamaria Grabowski
Ich habe mich den Tieren in der Massentierhaltung, hier besonders den Schweinen, zugewandt.
Ich bin der Frage, was uns Menschen bewegt, Tiere in Massentierhaltung, Massentiertransporten, Massenschlachtanlagen zu bringen, nachgegangen.
Entstanden ist dieses Buch, das auch eine Kulturgeschichte des Fleisches, des Fleischgenusses, aber auch der Gewalt ist. Vorgestellt wird auch die Situation derer, die in Schlachthöfen, auf Tiertransporten und Auktionshäusern für Farmtiere arbeiten; die Frage wird gestellt, welche Auswirkungen ihre Tätigkeit auf ihre Umwelt, die nähere und die weitere, haben könnte, welche Folgen chronische Gewalt an Tieren bei Tier und Mensch auslöst. Wissenschaftler werden zitiert, die nach intensiven Forschungsarbeiten davon überzeugt sind, dass Schweine intelligente, aufgeweckte und soziale Tiere sind.
Es wird berichtet von Hamlet und Omelette, zwei Schweinen, die Videospiele lieben, von Lulu, die die Mutter ihrer Besitzerin rettet, von Schweinen, die sich selbst im Spiegel erkennen, die schwimmen und tauchen können, ach und noch so viel mehr.
Das Schreien und Weinen der Schweine, bei der Kastration der Ferkel, bei der Wegnahme der Ferkel vom Muttertier, bei Abholung für den Transport zum Schlachthof,
beim Schlachten am Hof, hat mich so bewegt, dass ich mich daran machte, über das
Leben der Schweine zu recherchieren

Buchdetails

Sprache: Deutsch

mehr Details ISBN: 9783844290622

Format: DIN A4 hoch

Seiten: 572

Altersempfehlung: ab 18 Jahren

Erscheinungsdatum: 27.04.2014

Schlagworte: Schwein, Ethik, Massentierhaltung, Psychologie, Ethik

 

Published by: curi56

Fighting for justice means fighting for justice for all of us and not playing around with the colour of skin. Focus on justice. i am a scientist for educ./psychoanalysis/art - and frankly speaking a savant - discovered that I can do more with blogs & social networks for humans in shadow, children in shadow, animals in need et al - I have some more blogs, please, visit them p.e.: www.childreninprison.wordpress.com www.schweingehabt.wordpress.com colouredjustice.wordpress.com Curi56blog et al. I am glad to meet YOU here: Annamaria thank you Annamaria

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