Walmart-Filialen in China sehen vielleicht von außen betrachtet nicht außergewöhnlich aus — doch innen sind sie völlig anders als die Läden in den USA.


Walmart-Filialen in China sehen vielleicht von außen betrachtet nicht außergewöhnlich aus — doch innen sind sie völlig anders als die Läden in den USA.

In chinesischen Walmart-Filialen sind zum Beispiel große, offene Behältnisse mit Reis und Fleisch ausgestellt. Wie die Nachrichtenagentur AP im vergangenen Jahr berichtete, wurden Maßnahmen wie diese eingeführt, um die chinesische Kultur in den Mega-Supermärkten zu wahren —

Diese Bilder zeigen, wie unglaublich anders einer der größten Discounter der Welt in China aussieht

Bundesrat stimmt für Abschaffung des Kastenstandes | Bundesrat stimmt für Abschaffung des Kastenstandes


https://www.topagrar.com/schwein/news/bundesrat-stimmt-fuer-abschaffung-des-kastenstandes-12103433.html?utm_medium=email

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Nutztier-TierschutzhaltungsVERORDNUNG ANGENOMMEN

Bundesrat stimmt für Abschaffung des Kastenstandes

Der Bundesrat hat am Freitag die Neufassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung angenommen. Sie leitet den Ausstieg aus der Kastenstandhaltung für Sauen ein.

 

Der Bundesrat hat am Freitag die Änderung der Nutztier-Tierschutzhaltungsverordnung beschlossen und den Kompromissvorschlag der Länder Schleswig-Holstein und NRW angenommen.

Die Verordnung sieht nach Vorschlag von Bund und Ländern eine deutliche Verkürzung der zulässigen Fixationsdauer von Sauen vor: Statt ca. 70 Tage je Produktionszyklus nun nur noch max. 5 Tage um den Geburtszeitraum.

Zudem sichert sie den Sauen nach dem Absetzen bis zur Besamung künftig mehr Platz zu: Statt Kastenstand und Einzelhaltung nun Gruppenhaltung und mindestens 5 m² je Sau.

Nach einer Übergangszeit von acht Jahren wird im Deckzentrum komplett auf die Kastenstandhaltung verzichtet.

Im Abferkelbereich ist nach einer Übergangsfrist von 15 Jahren eine Haltung der Sauen im Kastenstand zum Schutz der Ferkel nur noch von maximal fünf Tagen um den Geburtszeitraum erlaubt.

Jetzt Umbaukonzept planen

Sauen (Bildquelle: top agrar)

Die Verordnung muss noch durch die Europäische Union notifiziert werden, erklärt Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. Sobald die geänderte Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in Kraft tritt, wird der Ausstieg aus der Kastenstandhaltung von Sauen in Deutschland eingeleitet; Gruppenhaltung wird zur Regel.

„Innerhalb von drei Jahren müssen die Tierhalter ein Umbaukonzept für ihren Stall vorlegen, innerhalb von fünf Jahren muss ein Bauantrag vorliegen und die Maßnahme dann innerhalb von acht Jahren umgesetzt sein. Für Härtefälle sind zehn Jahre für die Umsetzung vorgesehen. Wird kein Umbaukonzept vorgelegt, muss die Tierhaltung nach fünf Jahren beendet werden“, so Bottermann.

Nach dem heutigen Beschluss muss das Deckzentrum zukünftig Fress-, Liege- und Aktivitätsbereich inklusive Rückzugsmöglichkeiten für die Sauen umfassen. Die flexible Gestaltung der Gruppenhaltung im Deckzentrum ist vorbehaltlich der größeren Flächen von fünf Quadratmetern pro Sau im Zeitraum vom Absetzen der Ferkel bis zur Besamung der Sau den Landwirten überlassen und kann den betriebsindividuellen Möglichkeiten angepasst werden. Fress-Liegebuchten können weiterhin genutzt werden. Sauen dürfen jedoch nur noch zum Zeitpunkt der Besamung fixiert werden.

Kommentar: Diese Probleme kommen jetzt auf die Bauern zu

300 Mio. Euro Unterstützung

Julia Klöckner (Bildquelle: BMEL)

Das Bundesagrarministerium hatte den Kompromiss mitgestaltet und flankiert die Umbaumaßnahmen mit 300 Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm, um die Umstellungszeiten zu verkürzen. Agrarministerin Julia Klöckner sprach von einem großen Fortschritt für den Tierschutz in Deutschland, der anspruchsvoll in der Umsetzung für die Tierhalter sei.

Ziel sei es, eine flächendeckende Verbesserung des Tierschutzes zu erreichen – ohne die Tierhaltung aus Deutschland zu vertreiben und die Tierwohlfragen zu exportieren.

„Das setzt im Hinblick auf den Tierschutz neue Maßstäbe und ist in der EU richtungsweisend. Deutschland wird nur dann einen nachhaltigen Beitrag zum Tierschutz leisten können, wenn die Tierhaltung in Deutschland eine Basis hat, von der Bauernfamilien leben können“, so Klöckner.

Die Zahl der Sauenhalter in Deutschland sei bereits seit Jahren merklich rückläufig. Die Bundesministerin will, dass auch die kleineren und mittleren Betriebe weiter tragfähig die Sauenhaltung betreiben und den Tierschutz steigern können.

Eine sofortige Umsetzung der Maßnahmen wäre gerade für kleine Betriebe nicht machbar, ohne sie damit vor unlösbare Schwierigkeiten zu stellen, betont die CDU-Politikerin. Das hätten auch die grünen Fachminister der betroffenen Länder erkannt.

Stimmen aus der Bundesratssitzung

Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in NRW, hält den Kompromiss für einen Meilenstein in der Sauenhaltung. NRW wolle sich dafür einsetzen, dass Umbauten gefördert werden und die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen werden.

Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Landwirtschaftsminister in Thüringen, berichtete, dass die Betriebe massiv unter Druck stehe, es gebe aber keine Alternative. „Wir müssen auch die gesellschaftlichen Interessen berücksichtigen. Und wir müssen nun Überzeugungsarbeit bei den Landwirten leisten.“ Er sei überzeugt davon, dass die Bauern Lösungen finden.

Prof. Benjamin-Immanuel Hoff schilderte, wie schwer es ist, die viele Interessen bei dem Thema unter einen Hut zu bekommen. Es sei ein Paradigmenwechsel. „Tiere werden nicht mehr an die Haltungsbedingungen des Betriebes angepasst, sondern der Betrieb muss sich an die Tiere anpassen“. Er wisse, dass dies massive Anstrengungen für die Bauern bedeuten wird. (Bildquelle: Bundesrat)

Jan Philipp Albrecht, Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, sprach vom Einstieg in den Umbau der Tierhaltung in Deutschland. „Umbau geht nur, wenn wir die Tierhalter mitnehmen. Aber wir müssen auch den Willen der Verbraucher berücksichtigen. Wenn wir beides nicht unter einen Hut bekommen, hat die Sauenhaltung in Deutschland keine Zukunft.“

Im persönlich seien acht Jahre Übergangsfrist zwar auch zu lange. Aber die Landwirte seien schon jetzt gefordert: Denn sie müssen bereits nach drei Jahren ein Umbaukonzept vorlegen. „Wir haben den Landwirten jetzt einen Weg aufgezeigt, der ihnen eine Perspektive gibt und bei dem sie den Rückhalt der Verbraucher haben. Wir müssen jetzt zügig über die Finanzierung reden. Betriebe brauchen Fördermodelle. Eine Möglichkeit ist Tierwohlabgabe“, so Albrecht.

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht sprach von einem ganz wichtigen, zukunftsweisenden Systemwechsel. Die ganz große Mehrheit der Bürger wolle das. Die deutsche Sauenhaltung werde nun zukunftsgerecht auf neue Füße gestellt. Die Fixierung der Sauen wird auf das absolute Minimum reduziert. Auch er habe sich allerdings eine etwas kürzere Übergangszeit gewünscht. (Bildquelle: Bundesrat)

Axel Vogel, Landwirtschaftsminister in Brandenburg, berichtete, dass es nur noch 90 Sauenhalter mit 93.000 Sauen in seinem Bundesland gebe. Die industrielle Massentierhaltung habe sich von Ostdeutschland nach Niedersachsen verlagert. „Nicht in Brandenburg werden jeden Tag 20.000 Schweine geschlachtet, sondern in Rheda-Wiedenbrück“, erklärte er. Schweine würden in das System gezwängt.

Seinen Worten nach sei der Kompromiss für niemanden optimal. „Aber er ist ein großer Schritt nach vorn. Schweine dürfen nach der Übergangsfrist in Gruppen laufen ohne Kastenstände. Ferkelerzeuger, die nicht mehr umbauen wollen, müssen nach fünf Jahren aufhören. Das ist nicht schön, zumal ich befürchte, dass der Konzentrationsprozess in der Ferkelerzeugung weiter befeuert wird.“

Wichtig sei nun, dass die Bundesregierung in ihrer Protokollerklärung in Aussicht gestellt hat, 300 Mio. € Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Weitere Förderung hält Vogel aber für nötig. „Wenn wir jetzt nicht Millionen aufbringen, wandert die Tierhaltung aus Deutschland ab. Wir müssen jetzt die Vorschläge der Borchert-Kommission vorantreiben“, sagte er. Er wisse, dass viele Landwirte den Kompromiss kritisch sehen, Verbraucher ebenso. Aber: „Was wäre gewonnen, wenn der heutige Kompromiss abgelehnt worden wäre?“

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel betonte, dass der Umbau finanziell begleitet werden müsse, damit die Tierhalter eine Zukunft haben und die Tierhaltung nicht ins Ausland abwandert. (Bildquelle: Bundesrat)

Uwe Feiler, parlamentarischer Staatssekretär im BMEL, betonte im Bundesrat, man könne nur einen Beitrag zu mehr Tierwohl leisten, wenn auch die Wirtschaftlichkeit stimmt. Er sei überzeugt, dass der Verordnungsentwurf mehr Tierwohl und Rechtssicherheit schafft. „Wer schneller umbaut als jetzt beschlossen, wird schneller Fördermittel erhalten. Lassen Sie uns heute den Grundstein für die Tierhaltung von morgen legen“, so der Staatssekretär.

Die Verordnung schafft endlich Planungssicherheit für die Sauenhalter, so Staatssekretär Uwe Feiler. (Bildquelle: Bundesrat)

Darum lehnte Sachsen-Anhalt ab

Prof Dalbert (Bildquelle: Bundesrat)

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Dalbert erläuterte, warum Sachsen-Anhalt dem Entwurf nicht zustimmen konnte: „Geltendes Recht wird seit 1992 gebrochen. Eine Verlängerung um weitere acht Jahre kann ich nicht nachvollziehen. In Erfüllung der Vorgaben der Gerichte bauen die Schweinehalter in Sachsen-Anhalt seit 2015 ihre Kastenstände hin zu rechtskonformen Kastenständen um. Bis heute haben 70 % der Betriebe in Sachsen-Anhalt einen rechtskonformen Zustand hergestellt. 24 % der Betriebe haben sogar auf Gruppenhaltung umgestellt. Das zeigt: Ein Umbau ist auch früher als in 8 Jahren möglich.“

„Kastenstände machen Tiere krank, er dient allein der Arbeitserleichterung der Sauenhalter. Die Protokollerklärung der Bundesregierung gibt uns die Chance, den Umbau finanziell zu fördern.“

Die Abstimmung im Bundesrat (Bildquelle: Bundesrat)

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Stimmen nach dem Beschluss

DBV: Schmerzhafter Tag für die deutsche Schweinehaltung

Für die heutige Entscheidung des Bundesrates hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, kein Verständnis und sieht eine enorme Belastung auf die deutschen Tierhalter zukommen:

„Diese Entscheidung ist sehr schmerzhaft für die Landwirte und wird gerade bäuerliche Strukturen hart treffen. Nach dem jetzt gefundenen Kompromiss sind relativ zeitnah in jedem Betrieb größere Baumaßnahmen notwendig. Dies wird gerade die bäuerlich strukturierte Tierhaltung, also kleine und mittlere Betriebe verstärkt zum Ausstieg zwingen.“

Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes sei eine grundsätzliche Entscheidung dennoch dringend geboten gewesen, damit die Tierhalter endlich Planungs- und Rechtssicherheit hätten. „Völlig unverständlich ist allerdings, dass bei der politischen Kompromissfindung jegliche Praktikabilität über Bord gegangen ist. Dadurch wird der ohnehin starke Strukturwandel noch deutlich beschleunigt“, so DBV-Präsident Rukwied.

Heidl: „Sehr hoher Preis für Rechtssicherheit in der Sauenhaltung“

Walter Heidl (Bildquelle: ZLF)

Auch Bayern Bauernpräsident Walter Heidl stellt fest, dass die Vorgaben die Betriebe vor äußerst große Herausforderungen stellen. „Mit den massiven Verschärfungen durch den Bundesrat bezahlen Sauenhalter einen schmerzhaft hohen Preis für die notwendige Wiederherstellung der Rechtssicherheit“, so Heidl.

Besonders problematisch sei, dass die Übergangsfrist für den Umbau des Deckzentrums in bestehenden Ställen mit acht Jahren bzw. in Härtefällen zehn Jahren extrem kurz ausfällt. Ein Stallneubau in der Landwirtschaft amortisiere sich aber erst nach einer Nutzungsdauer von 20 bis 25 Jahren. „Die sehr hohen Anforderungen an die Ausgestaltung des Deckzentrums nach der Übergangsfrist insbesondere Platzvorgabe von fünf Quadratmeter pro Sau, erfordern in jedem Betrieb größere Baumaßnahmen. Das wird kaum noch über Umbauten gelingen, sondern macht in der Regel einen Neubau von zumindest einem Teil des Stalls mit entsprechend hohen Kosten notwendig.“

Der BBV habe große Sorgen, dass gerade kleine und mittlere Betriebe, die Politik und Gesellschaft sich doch stets wünschen, diese Anforderungen und die damit verbundenen Investitionskosten nicht stemmen können und die Sauenhaltung aufgeben. Umso wichtiger sei es daher, dass jetzt zumindest die derzeit vielfach bestehenden umwelt- und immissionsschutzrechtlichen Hürden für Stallbaugenehmigungen umgehend beseitigt werden, um Investitionen überhaupt wieder zu ermöglichen. „Es muss alles getan werden, um eine Abwanderung der Sauenhaltung ins Ausland zu verhindern und unsere regionale Schweinfleischerzeugung zu erhalten!“, fordert Heidl.

FDP: Jetzt halbiert sich die Zahl der Sauenhalter!“

Die stellv. Agrarausschussvorsitzende Carina Konrad, sagte: „Der Knackpunkt am heutigen Beschluss ist zweifellos die Verdopplung der vorgeschriebenen Fläche im Sauenstall. Das wird binnen kurzer Zeit eine Halbierung der sauenhaltenden Betriebe nach sich ziehen, wenn nun nicht schnellstens Planungssicherheit hergestellt wird – sowohl bei konventionellen als auch ökologisch wirtschaftlichen Betrieben. Auch mit der geplanten Baurechtsänderung bleiben die entscheidenden Hürden im Bau- und Immissionsrecht ungelöst. Kommen künftig noch mehr Ferkel aus dem Ausland, widerspricht das der steigenden Nachfrage nach mehr Regionalität“, so Konrad.

Baden-Württemberg: Sauenhaltung vor dem Aus

Beispiel für einen tierfreundlichen Sauenstall (Bildquelle: Jan Vogels)

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg warnt, dass die Herausforderungen für die Bauern gewaltig seien. Bereits mit Einführung der Gruppenhaltung im Wartebereich im Jahr 2013 seien deutlich negative strukturelle Folgen zu beobachten gewesen. Seit 2010 haben in Baden-Württemberg knapp 60 % der Sauenhalter aufgegeben. Inzwischen halten nur noch rund 900 Betriebe im Land Muttersauen.

Die neuen Regelungen für das Deckzentrum und den Abferkelstall seien vor allem für die bäuerlichen Familienbetriebe wesentlich gravierender als die Einführung der Gruppenhaltung im Jahr 2013, allein weil viele bestehende Ställe aufgrund der vorhandenen Bauhülle nicht entsprechend umgebaut werden können. Die Anforderungen führten zu einem deutlich höheren Managementaufwand und erheblich höheren Kosten.

„Es ist völlig unverständlich, dass im Bundesrat über die mit allem Nachdruck vorgebrachten Forderungen des Bauernverbandes nach längeren Übergangszeiten hinweggegangen wurde“, betont Klaus Mugele. „Zahlreiche fachliche Argumente und Erfahrungen aus der Praxis zur Gruppenhaltung wurden weitgehend ignoriert, stattdessen extrem erhöhte Vorgaben zu Mindestflächen kompromisslos durchgesetzt. Das belastet erneut zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit im EU-Binnenmarkt“, kritisiert Mugele.

WLV: „Jetzt zügig Bau- und Immissionsschutzrecht ändern!“

Hubertus Beringmeier (Bildquelle: WLV)

Sehr besorgt ist auch der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV). Präsident Hubertus Beringmeier und Carsten Spieker, Sprecher der Ferkelerzeuger in Westfalen-Lippe, sehen enorme Herausforderungen auf die Sauenhalter zukommen: „Unsere Sauenhalter haben jetzt zumindest Planungs- und Rechtssicherheit, wie es auf den Höfen weitergehen kann. Die jahrelange Diskussion um die Gestaltung des sogenannten Deckzentrums und des Abferkelbereichs hat zu starker Verunsicherung bei den betroffenen Betrieben geführt. Sehr verärgert sind wir jedoch über Verschärfungen, die noch kurz vor Ende der Verhandlungen in den Kompromiss eingearbeitet wurden.“

Beide fürchten, dass nun viele Sauenhalter aus der Sauenhaltung aussteigen werden. „Notwendig sind jetzt Baumaßnahmen, die nicht nur sehr teuer werden, sondern die Betriebe auch planungsrechtlich immer noch vor erhebliche Hürden stellen“, so Spieker. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband fordert die Bundesregierung daher auf, unverzüglich die rechtlichen Vorgaben im Baugesetzbuch und im Bundesimmissionsschutzgesetz so anzupassen, dass mehr Tierwohl auch tatsächlich möglich wird.

AbL: Tierwohl und wirtschaftliche Perspektiven verbinden

Martin Schulz, Neuland-Schweinehalter und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. kommentiert: „Der heutige Beschluss sorgt für mehr Klarheit. Klar ist aber auch, dass die Abschaffung des Kastenstandes in der Sauberhaltung zu einem erhöhten Arbeitsaufwand in den Betrieben führt, der entlohnt werden muss. Die AbL ist der Auffassung, dass die Umsetzung der Borchert-Vorschläge eine notwendige Bedingung ist, damit die Abschaffung der Kastenstände nicht zu einem Strukturbruch in der Sauenhaltung führt.“

Weiterhin sei die AbL überzeugt, dass die bisherige Investitionsförderung hierzu ungeeignet sei bzw. nicht ausreiche. Vielmehr müssten die geringeren Leistungen und der erhöhte Arbeitsaufwand finanziell ausgeglichen werden – wie von der Borchert-Kommission empfohlen. „Der Entschliesung des Bundestages von heute muss nun eine rasche Gesetzgebung folgen.“

CDU/CSU: Zäsur für die heimischen Sauenhalter

Albert Stegemann (Bildquelle: privat)

Albert Stegemann, der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hätte sich grundsätzlich längere Übergangsfristen gewünscht, da die baulichen Veränderungen mit erheblichen Investitionen verbunden sind. Dies sei aber vor dem Hintergrund der politischen Mehrheitsverhältnisse in den Ländern nicht möglich gewesen.

„Der heutige Beschluss stellt zugleich eine Zäsur für die Ferkelerzeugung in Deutschland dar. Bereits heute können unsere Landwirte die heimische Nachfrage nicht mehr bedienen. Diese wird deshalb durch steigende Ferkelimporte gedeckt. Eine Entwicklung, die durch das Aus für den Kastenstand weiter beschleunigt werden kann.“, so der Politiker.

Umso wichtiger sei es jetzt, dass Stallumbauten sowie Investitionen in tierwohlgerechtere Ställe auch entsprechende Baugenehmigungen erhalten. „Nach längerer Abstimmung mit der SPD konnte die dafür notwendige Novelle des Baugesetzbuch in den Bundestag eingebracht werden. Parallel dazu müssen unter anderem die im Koalitionsausschuss beschlossenen 300 Mio. Euro jetzt möglichst schnell für den Umbau der Ställe eingesetzt werden. Ansonsten werden viele Sauenhalter nach den Übergangsfristen ihren Betrieb aufgeben.“

Auf der Strecke bleiben dann laut Stegemann nicht nur landwirtschaftlichen Unternehmen, sondern auch Tierschutz und Tierwohl. Denn die Produktion werde sich in das benachbarte Ausland verlagern, in dem nicht unsere hohen nationalen Tierwohl- und Umweltstandards gelten.

ProVieh: „Ein Meilenstein“

Jasmin Zöllmer von der Tierschutzorganisation ProVieh meint:“Dass sich die Grünen beim Ausstieg aus dem Kastenstand im Deckbereich durchgesetzt haben, ist auf jeden Fall ein Meilenstein für den Tierschutz, auch wenn acht Jahre Übergangsfrist deutlich zu lange sind. Dennoch: In drei Jahren müssen die Umbaukonzepte vorliegen, also müssen die Landwirte schon bald den Ausstieg aus dieser Haltungsform vorbereiten. Ein erster Schritt in Richtung käfigfreie Haltung ist damit endlich gemacht!“

Ein großes Problem stellt laut Zöllmer aber noch der Kastenstand im Abferkelbereich dar. Hier gebe es bislang keinen echten Ausstiegsplan aus dem sogenannten „Ferkelschutzkorb“ und auch die Verkürzung der Fixierdauer von Muttersauen in diesem Käfig auf fünf Tage um den Geburtszeitraum soll erst nach 15 Jahren verpflichtend sein. „Das darf nicht sein! Hier muss dringend nachgebessert werden – Kastenstand in Deck- und Abferkelbereich müssen zusammen gedacht werden und gehören gleichermaßen abgeschafft. Jegliche Fixierung von Sauen ist und bleibt tierschutz- und rechtswidrig!“, so die Tierschützerin.

 

„FLEISCH FÜR DIE TONNE – FLEISCH WIRD IN DEUTSCHLAND EINFACH WEGGEWORFEN ODER VERBRANNT“ | NETZFRAUEN SCHREIBEN


Fleisch für die Tonne

Fleisch wird in Deutschland einfach weggeworfen oder verbrannt.

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Wir Deutschen essen im Schnitt rund 60 Kilo Fleisch im Jahr. Früher galten Rind, Schwein oder Huhn als besonders wertvoll. Heute wird Fleisch oft verramscht – oder landet gleich im Müll. Weil es viel zu billig ist.

Es ist ein absurder Kreislauf: Um wirtschaftlich überleben zu können, müssen Bauern immer mehr produzieren. Denn der Preis für Fleisch sinkt seit Jahren. Weil dieses Lebensmittel aber so billig ist, haben offensichtlich weder Handel noch Verbraucher Hemmungen, es wegzuschmeißen: In Deutschland landen jedes Jahr rund 230 000 Rinder, vier Millionen Schweine und 45 Millionen Hühner im Hausmüll, so die Hochrechnungen der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Inzwischen kommt es vor, dass das Fleisch von Tieren, das zunächst mit hohem Energieaufwand gemästet wurde, zur Energieerzeugung an Biogasanlagen geliefert wird. Leidtragende dieses Systems sind die Tiere – eine artgerechte Haltung ist bei solchen Marktbedingungen schon lange nicht mehr möglich. Weil intensive Massentierhaltung aber auch ein Risiko für Grundwasser und Umwelt sind, zahlen auch wir Verbraucher einen hohen Preis dafür!

Die Autoren Lisa Wreschniok und Moritz Pompl führen uns drastisch vor Augen, wie dekadent unsere Gesellschaft in Deutschland is(s)t.

a berichtet, aber es bedarf weiterer Aufmerksamkeit.

Verschwendung! Während die einen hungern, ist anderen die Nahrung nicht perfekt genug

Die Hälfte aller Lebensmittel landet auf dem Müll und dies bei 870 Millionen hungernden Menschen. Einer von acht Menschen weltweit muss jeden Abend hungrig schlafen gehen.

Jährlich werden vier Milliarden Tonnen Lebensmittel produziert. Bis zu 50 Prozent davon landen auf dem Müll. Während die einen hungern, ist anderen die Nahrung nicht perfekt genug.

Wir haben uns so sehr an die vollen Regale im Supermarkt gewöhnt, dass es uns oftmals nichts ausmacht, einzelne Lebensmittel wegzuwerfen. Vielleicht könnte man sagen, dass wir Lebensmittel nicht mehr richtig wertschätzen.

Der hohe Fleischkonsum, die Lebensmittelverschwendung, die Spekulationen mit Nahrungsmitteln und der „Tank statt Teller” ist moralisch nicht vertretbar, wenn 70 Millionen Menschen gleichzeitig Hunger leiden.

Wer die Umwelt schützen möchte, sollte auf seinem Teller anfangen.

„Der Hunger der Menschen in verschiedenen Teilen der Welt rührt daher, dass viele von uns viel zu viel mehr nehmen, als sie brauchen.” Mahatma Gandhi

Netzfrauen  – DANKE!

 

 

Coronavirus, Mike Pence and slaughterhouses


Dear Kitty. Some blog

This 27 June 2020 cartoon video from the USA says about itself:

Claytoonz, Episode 940, Here Comes The Worm

Watch me draw Mike Pence as a big worm.

Read the cartoon and blog here.

Mike Pence cartoon

The cartoon is about United States Vice President Mike Pence.

There is, however, a big difference between Pence and worms. Worms do very good work for soil environments.

Dutch NOS radio reports today (translated):

U.S. Vice President Pence has canceled a number of campaign meetings in Florida and Alabama over the next week. The reason is the new wave of coronavirus infections in these and other states. …

Eg, Florida and Alabama, but also, eg, Texas, Kansas and Oklahoma, are experiencing a sharp increase in the number of coronavirus infections. In a number of states, it has been decided to tighten the measures again, after earlier easing.

Reuters news agency reported…

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„DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE“ – kurz „DIE JOHANNA“ GENANNT von BERTOLT BRECHT –


Schreckliche Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne brachten Arbeiter in Schlachthäusern und Fleisch verarbeitender Industrie dazu, sich zu organisieren. Rinderschlächter aus Chicago organisierten bereits im Jahre 1878 einen Verband, der ihre Interessen vertrat. Der Beginn einer effektiven Organisierung in diesem Gewerbe kann in der Gründung der Amalgamated Meat Cutters and Butcher Workmen of North Amerika,Vereinigte Fleischer und Metzger von Nordamerika, gesehen werden. Im Jahr 1904 waren mehr als 50 000 ArbeiterInnen in einen Streik für höhere Löhne getreten. Aber, und ich verweise hier auf Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe, der Streik musste aussichtslos bleiben. Das Klagen der Packherren, der Aufkäufer und Viehzüchter hat Bertolt Brecht in der Heiligen Johanna der Schlachthöfe, kurz Die Johanna genannt, in Verse gesetzt:

DIE AUFKÄUFER:

Da stehen wir Aufkäufer mit Gebirgen von Büchsen

Und Kellern voll von gefrorenen Ochsen.

Und wollen verkaufen die Ochsen in Büchsen

Und niemand erwirbt sie!

Und unsre Kunden, die Küchen und Läden

Sind bis zu den Decken voll von Gefrierfleisch

Und brüllen nach Käufern und Essern

Wir kaufen nichts mehr!

 

DIE PACKHERREN:

Da steh‘n wir Packherren mit Schlachthof und Packraum

Die Ställe voll Ochsen, Tag und Nacht unter Dampf

Laufen die Maschinen, Pökel, Bottich und Sudkessel

Und wollen die Herden, die brüllenden, fressenden

Umwandeln in Büchsenfleisch, und niemand will Büchsenfleisch.

Wir sind verloren!

 

DIE VIEHZÜCHTER:

Und wir, die Viehzüchter?

Wer kauft unser Vieh? In unseren Ställen stehen

Ochsen und Schweine, fressend teuren Mais

Und auf den Zügen fahren sie heran und fahrend

Fressen sie, und auf den Bahnhöfen in

Zinsfressenden Verschlägen warten sie, immer fressend.

MAULER:

Und jetzt weisen die Messer sie zurück.

Der Tod, dem Vieh die kalte Schulter zeigend

Schließt seinen Laden (Hervorhebung von mir).

(Brecht 1962 Reclam Gelbe Reihe)

Dass der Tod dem Vieh die kalte Schulter zeigt, indem er seinen Laden schließt, heißt aber auch, dass die Arbeiter, über deren Schicksal weder Viehzüchter, noch Packherren, noch Aufkäufer, noch Mauler, auch nur ein Wort verlieren, ihrer Arbeitsstelle, ihres Brotverdiensts beraubt werden!

 

 

PEOPLE SHOULD RECOGNIZE, HOW MANY & HOW DEEPLY PEOPLE ARE WOUNDED BY HORRIBLE PIG ABUSE ALL OVER THE WORLD: WATCH THIS


ImageAll #Animals are entitled to a free & fulfilling life Artist unknown From Vegan: For God and his Animals  TWITTER: ROB EDWARDS

PIGS IN CAFOS


Image

Tom Brown
@TomBrow38006074
Replying to @TomBrow38006074 @Stellarosetta and 29 others
let me show you the whole picture, over 70 years its 4.9 trillion farm animals cruelly slaughtered, per (57mil humans die per year x 70 years=4 billion) 4 billion humans that die. Where the Hell are all the souls coming from for all this misery and pain?